Geschichte

Rotkäppchen ging in den Wald

Es war einmal...

Es war einmal, während des langen Winters im Jahre 2006 n.Chr., als das kleine Rotkäppchen sich entschloss, ein wenig im Wald spazieren zu gehen. Rotkäppchen hatte ein erklärtes Lieblingswanderziel, welches die Leute aus Ihrem Dorf "den Rotenstein" nannten.

Jedoch hatte Rotkäppchen in ihrem bis dahin kurzen Leben schon so einiges an schlechten Erfahrungen im Wald erleben müssen. Diverse Kämpfe mit einem bösen Wolf sollen nur ein Beispiel verdeutlichen.

Deshalb nahm Rotkäppchen immer ihr kleines Wach- und Kampf-Schwein mit. Arthur hieß dieses Wach- und Kampf-Schwein. Es schützte sie vor allem Bösen was der Wald zu bieten hatte.

So lief Rotkäppchen los, bepackt mit ein wenig Wurst und Glühwein, zusammen mit Arthur dem Wach- und Kampf-Schwein, und nach einer kurzen Weile erreichten beide Ihr Ziel. Wie es der Zufall jedoch wollte, waren sie nicht alleine an jenem Tag an eben diesem Rotenstein.

Eine ganze Schar von jungen, gutaussehenden Männern war bereits ebenfalls dort. Sie riefen sich gegenseitig mit lustigen Namen. Rotkäppchen wunderte sich auch gleich darüber. Wie kamen denn diese Männer zu solch außergewöhnlichen Bezeichnungen. Da gab es einen Ruso und einen Fix. Xilef, Vög, Kratz, Brabo, Mogli, Atze und noch viele Namen mehr, die sich unser Rotkäppchen gar nicht alle auf einmal merken konnte, fielen in den Gesprächen der jungen Männer. Selbst Essbares und Getränke schienen in den Namen verewigt, wurden doch manche Nußi, Jack, Schmaps und Schorle genannt. Einer von ihnen jedoch musste irgend etwas besonders gut können, da man ihn den "Spielmacher der 3. Halbzeit" nannte.

Unser Rotkäppchen bekam es sogar mit der Angst zu tun, als sie hörte, das selbst ein Hexxer und eine Waldfee dabei waren.

Rotkäppchen erinnerte sich jedoch an das Motto ihrer Lieblingsfernsehsendung. Und getreu diesem Motto, welches da lautete "Wer, Wie, Was? Wieso, Weshalb, Warum? Wer nicht fragt bleibt dumm...", nahm sich Rotkäppchen allen Mut zusammen, ging zu den Männern hin und fragte woher sie denn kämen.

"Aus Münchweiler." antwortete der, den sie Jack nannten. "Alle? Wirklich die ganze Gruppe?" fragte unser Rotkäppchen verwundert. Als sie ein eindeutiges "Ja" als Antwort bekam, stellte sich Rotkäppchen vor und vergaß auch nicht ihr Wach- und Kampf-Schwein Arthur mit den jungen Männern aus Münchweiler bekannt zu machen.

Rotkäppchen fragte die Jungs warum sie denn so traurig seien. Keiner der 22 Männer aus Münchweiler blickte nämlich fröhlich drein. Alle schienen von einem Lachen oder zumindest einem Lächeln doch sehr weit entfernt.

Da berichteten ihr die Männer, das sie ihren Spaß an Ihrer liebsten Beschäftigung verloren hatten. Fußball war der Männer Liebstes, jedoch, so berichteten diese unserem Rotkäppchen, waren Dinge passiert, welche wie dunkle Wolken am Himmel Unheil über das Hobby der Männer gebracht hatten.

Rotkäppchen horchte auf und lies sich alles ausführlich berichten. Geradezu schockiert über die Schilderungen der jungen Münchweiler Männer konnte unser ach so tapferes Rotkäppchen nicht anders und versuchte den Männern mit Rat zur Seite zu stehen.

"Warum lasst ihr euch von solchen Umständen die Freude nehmen?" fragte sie. "Seid ihr nicht stark genug, sowohl in der Anzahl, als auch die Charaktere betreffend, euch gegen alle Widrigkeiten die da kommen mögen durchzusetzen? Damit das große gemeinsame Ziel erreicht werden kann?"

Die Männer horchten auf und wunderten sich, was Rotkäppchen damit meinte. "Welch ach so wundervolle Idee geht dir durch den Kopf, mein holdes Kind?" fragte der, den sie Brabo nannten ganz aufgeregt.

Rotkäppchen erinnerte sich an die Zeit, als sie in der Grundschule neben ihrer besten Freundin Pocahontas saß. Pocahontas war eine Austauschschülerin aus dem wilden Westen und brachte unserem Rotkäppchen viele Lehren bei, wovon sie nun eine anzuwenden wusste. "Wisst ihr", sagte Rotkäppchen, "ein altes indianisches Sprichwort lautet wie folgt:

Wenn dein Pferd tot ist, steig ab."

Die Münchweiler Jungs schauten sich mit fragenden Gesichtern an. Einer nach dem andern verstand, auf was Rotkäppchen hinaus wollte.

Deshalb riet Rotkäppchen weiter: "Steigt ab, geht euren eignen Weg. Es werden sich viele Gefahren und Hürden in den Weg stellen. Doch zum Schutz vor diesen Gefahren werde ich euch mein geliebtes Wach- und Kampf-Schwein Arthur zur Seite stellen. Er wird euch in diesen schwierigen Zeiten helfen und Glück bringen. Seid voller Stolz, denn ihr seid Münchweiler!"

Den Männern gefiel der Gedanke immer besser. Sie diskutierten, verspürten dabei ein Gefühl der Sensation in ihren Gemütern. Ein Gefühl welches Columbus haben musste, als er sich aufmachte den kürzesten Seeweg nach Indien zu finden. Ein Gefühl, welches kleine Kinder haben, kurz bevor sie die Geschenke an Weihnachten öffnen dürfen. Ein Gefühl, welches die Männer sonst nur von der Vorfreude auf ihr geliebtes Kienholzfest kannten.

Die Männer beschlossen, den Worten Rotkäppchens zu Folgen. Sie beschlossen, sich allem zu stellen, was ihnen entgegenschlagen würde. Die Männer schmiedeten Pläne, welche noch nie da gewesen waren. Ein neuer Sportverein entstand, der den jungen Münchweiler" Männern wieder den Spaß an ihrem Fußball zurück geben würde.

Sie bedankten sich bei Rotkäppchen und als Zeichen der Verbundenheit wählten sie rot als ihre Vereinsfarbe und den Rotenstein als Wahrzeichen.

Arthur begleitete die Männer fortan und als sie vom Rotenstein hinab stiegen, um die frohe Kunde im schönsten Dorf der Welt, Münchweiler, zu verkünden, fanden die Männer auf dem Weg dorthin Menschen, die sich ihnen anschlossen.

Menschen, die begeistert waren von der Idee, mit vollem Stolz, ohne schlechtes Gewissen, mit aller Kraft die in jedem Einzelnen steckt, den Ort Münchweiler in der neuen Fußball-Runde zu vertreten. Alles zu geben, um Erfolge zu feiern. Zusammen zu rücken, um auch in schlechten Zeiten zusammen zu stehen. Sich gemeinsam durchzukämpfen und am Ende als Sieger dazustehen.

Die Welle der Begeisterung fegte durch das Dorf, wie von einer Turbine angetrieben.

Jeder der dabei war, stellte mit breiter Brust fest: Wir sind Münchweiler!

Rotkäppchen ging zufrieden nach Hause. Sie nahm sich vor, den Männern bei ihren Spielen vom Wald aus zuzuschauen.

Die 22 jungen Männer aus Münchweiler und ihre Freunde, welche sich in der Anzahl immer mehr fanden, versprachen sich, immer 101 % in allen Bereichen zu geben, und diese Turbine weiterhin die Welle der Begeisterung antreiben zu lassen.

Und so kam es, das sich ein neuer Sportverein in Münchweiler hervortat.

Die "Turbine", der VfB Rotenstein Münchweiler.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann stellen sie noch heute fest:

Wir sind Münchweiler!!!

...und so ging die Geschichte an der Weihnachtsfeier 2008 weiter...

Es waren einmal ein Trainerfuchs und sein kleiner, krummbeiniger Gehilfe. Diese lustwandelten zur vorweihnachtlichen Winterszeit in der beschaulichen Umgebung des kleinen Dörfchens Münchweiler, um sich, inspiriert von der klaren Luft, gedanklich über die, ihnen anvertrauten, Schäfchen auszutauschen.

Auf diesem Streifzug durch die Natur begegneten sie einem kleinen Mädchen, namens Rotkäppchen. Sie grüßten das Rotkäppchen artig, gemäß ihrer guten Erziehung und tauschten ein paar freundliche Worte mit ihr aus. Gerade als sie von Dannen ziehen wollten, zögerte das Kind und wand sich dem weltgewandten Trainer zu.

Rotkäppchen: „Hatten wir nicht schon einmal das Vergnügen, uns zu begegnen?“

Der Trainer war eine solche Ansprache, ob seines guten Aussehens, gewohnt und antwortete mit einem nachsichtigen

Hexxer: „kann sinn.“

Rotkäppchen fuhr mit der Ansprache fort:

Rotkäppchen: “Warst du nicht anno 2006 mit einer ganzen Schar junger, gutaussehender Männer an jenem Ort, welcher allgemein unter dem Namen Rotenstein bekannt ist?“

Diese Frage bejahte der Trainer mit einem, ob seiner sonoren Stimme, wohlklingenden

Hexxer: „Jo.“

Und plötzlich tauchte auch vor seinem geistigen Auge, aus dem Nebel der Erinnerung, jene Begebenheit, die das holde Mädchen ansprach, wieder auf. Rotkäppchen sprach mit feiner Stimme weiter:

Rotkäppchen: „Zu jener Zeit hattet ihr euch vorgenommen, einen Verein zur Ertüchtigung eures Körpers für einen gesunden Geist zu gründen. Sprich, edler Übungsleiter, wie ist es euch und euren wackeren Gefährten ergangen und wie geht es meinem alten Weggefährten, dem Wach- und Kampfschwein Arthur?“

Zur allgemeinen Erinnerung: damals hatte das Rotkäppchen den wackeren Helden, in Anlehnung an ein altes Indianersprichwort, geraten: wenn euer Pferd tot ist, steigt ab und geht euren eigenen Weg. Zum Schutz vor allerlei drohenden Gefahren, hatte Rotkäppchen ihnen ihr geliebtes Wach- und Kampfschwein Arthur zur Seite gestellt.

Der Fußballlehrer, mit der Lizenz zum Quälen, setzte Rotkäppchen davon in Kenntnis, dass Arthur sich in einer höheren Dimension des Seins befinde und körperlos, aber mit geistiger Kraft, über sie wache.

Hexxer: „Unn immer, wenn uns Gefahr droht, rufe ma um Beischdand!“

Und sogleich demonstrierte er dem holden Mädchen dieses, fast heilige, Ritual.

Hexxer: „Oooooooooooohhhhhhhhhhh, Arthur“

In kurzen Worten schilderte der Hexxer, der aus gutem Grund auch Quälix genannt wird, den Werdegang des Vereins: vom Zigeunerleben im Bauwagen, über den Wechsel des Spieluntergrundes bis hin zum Bau eines „Turbine Entertainment Parks“. Weiter führte er aus, dass auch das Spielgerät immer mehr zum Freund der Protagonisten wurde. Damit verbunden waren natürlich auch gesteigerte Ansprüche, welche nun sogar in der Ambition gipfelten, nicht mehr nur in den Niederungen der Kreisklasse dahin zu dümpeln, sondern höhere Gefilde anzustreben.

Die holde Maid vernahm, mit innerer Genugtuung, die freudigen Neuigkeiten. Am Ende der Ausführungen des Welttrainers wand das Kind ein:

Rotkäppchen: „Sprich, Fußballprofessor, habt ihr denn auch eine genügende Schar an geeigneten Fußballknappen für dieses gewagte Vorhaben?“

Hexxer: „Jo, ich hab so Stigger 36 Hanselscher.“

Rotkäppchen: „Eine Armada von 36 wackeren Kämpen, eine stolze Anzahl!“

gab Rotkäppchen bewundernd zurück und fuhr etwas beschämt fort:

Rotkäppchen: „Nun, um der Wahrheit die Ehre zu geben, ganz unbekannt sind mir eure edlen Streiter freilich nicht. Ich habe des Öfteren die Gelegenheit genutzt und euch bei euren Übungsstunden aus dem Wald heraus beobachtet. Mich deucht, dass diese edle Streitkraft ein Sammelsurium der unterschiedlichsten Talente und Charaktere ist.

Beispielsweise scheint einer eurer Schutzbefohlenen wohl bitter, bitter arm zu sein. Dieser Wettstreiter kommt nämlich, auch bei klirrender Kälte, immer in kurzen Hosen. Sagt, Herrscher der Hütchen, wie nennt sich jener arme Wicht?“

Hexxer: “ Des iss unser Hoffi. Des iss unser neijer Dorjächer.“

Neugierig entgegnete Rotkäppchen:

Rotkäppchen: „Einer aus der Gattung der Torjäger. Sagt an, Erfinder des Mottos: Lieber einen Sprint mehr, wie ist denn seine Art den Torjäger zu interpretieren? Ist er denn mehr ein Vertreter der Kategorie: Killer?“

Hexxer: “Nä, des kammer jezd so ned diregd sae. Der laaft ah mo efters allä uff s Dor zu unn versuchd de Ball erfolglos iwwer eh 2 Meterdormann se lupfe.“

Darauf fragte Rotkäppchen neugierig:

Rotkäppchen: „Gibt es da Richtlinien, muss ein Wächter des Rechtecks 2 Meter an Größe messen?“

Hexxer: „Es gebd, glaab isch, nur eh Mindeschdmaß. Des Maß is, …, eh …,Benz, wie groß bisch du?“

Rotkäppchen: „Sagt an, Wächter des Flutlichts, wo habt ihr dieses, hoffentlich noch wachsende, Talent entdeckt?“

Hexxer: „Der schbielt schun eh gansi Zeid bei uns, awwer bis zum Summer had des Talent känner gesie. Unn dann is unser Dille Pitt kum unn hadd denne Benz topfit gemach. Seitdem issem Benzo sei Moddo: veni, vidi, vidschi.“

Mit einer nachdenklichen Mine fuhr jene Maid fort:

Rotkäppchen „Im Gegensatz zu dem armen Tropf, Hoffi, scheint ein anderer Streiter eher zuviel an Kleidung sein Eigen zu nennen.“

Hexxer: „Wie kummsch dann do jezz druff?“

Rotkäppchen blieb die Erklärung nicht schuldig:

Rotkäppchen: „Nun, bei euren ausgedehnten Spaziergängen zur Sommerzeit, konnte sich jener Jüngling wohl nicht entscheiden, welche Kleidung er tragen sollte. Denn er schnallte sich einen, gewiss 20 kg schweren, olivefarbenen Beutel auf den Rücken, worin sich bestimmt Kleider zum Wechseln befanden. Sprecht, Besitzer einer Gallerasch, ist jener aus einem berühmten Geschlecht?“

Hexxer: „Nä, dem sei Bagasch häßt: Klein. Der iss bei d Bundeswehr, do sinnse all so gewiggeld.

Durch die Antworten wurde das Interesse der Maid weiter angestachelt und sie fuhr fort zu fragen:

Rotkäppchen: „Fängt euere Übungsstunde, gemäß dem Grundsatz der Gleichheit, für alle zur selben Uhrzeit an? Mir fiel ein Kämpe auf, der generell geschlagene 20 Minuten später kommt und dann zunächst ganz einsam das weite Rund des Platzes erkundet.“

Hexxer: “Jo, awwer der derf des. Mit dem kann ich ned so streng sinn. Erschdens iss er im Verein de Owwermagger un zwedens musser sei ganse Schubblädcher noch zu drigge, unn dodefu hadder fiil un dann vergessder ständisch irchendwelche Sache unn muss deshalb vorm Dräning erschmol so Sache wie Bäll, Pullover, Duschartikel, Radkreize unn sogar Radkappe kaafe ge. Des dauert halt sei Zeid!“

Wissbegierig sprach die Holde weiter:

Rotkäppchen: „Verfügt ihr während eurer Ertüchtigung gemeinhin über eine einheitliche Sprache? Ich vernahm zu verschiedenen Zeiten seltsam urige Laute. Diese Laute hatten einen ähnlichen Klang wie: Wanschemennsch. Welchem Kulturkreis entspringt diese Sprache?“

Hexxer: „Genau wäß ich ah ned, was des fa eh Aggasprach iss, awwer es muss irschend was mid dem Plätschesport Tennis se due hann. Denn derjenisch kann sich mit denne Laute mit em annre sehr selbschdbewußte, nei bebrillde Agrrotennisschbieler subba gut verstännische.“

Und weiter fragte das junge Mädchen:

Rotkäppchen: „Ich habe zu Anfang eurer Spielrunde vernommen, dass ihr gerne so manche Weise angestimmt habt. Eine blieb mir im Gedächtnis haften. Mich deucht, es ging um Körperzellen, welche optimistisch gestimmt waren. Wörtlich lauteten die Zeilen wohl: Jede Zelle meines Körpers ist verdammt gut drauf. Warum habt ihr so abrupt mit diesem fröhlichen Brauch gebrochen?“

Hexxer: „Es had halt ned jedem so gefall. Änner had im Mannschaftsrat dorchgesetzt, dass des Singe im Dräning jezd 50 Eurone koschd. Ich will awwer kä Name saa.“

Verständnisvoll nickte Rotkäppchen:

Rotkäppchen: „Das verstehe und respektiere ich natürlich. Aber, nur um meine Neugierde zu befriedigen, war es jener gestandene Kämpfer, der als Herr der Teekannen gilt und auch das literarische Werk verfasste: 11 Meter bis zum Muskelfaserriss?“

Hexxer: „Jo, genau der!“

Nachdenklich fuhr die Maid, zu dem Fußballguru gewand, fort:

Rotkäppchen: „In so mancher Übungsstunde konnte man den Ruf: Fix über das weite Rund schallen hören. Nur manches Mal klang es wie T-fix und manches Mal, deucht es mich, klang es nach C-fix. Reicht euch für euren Wettstreit denn ein Fix nicht aus?“

Hexxer: „Nä, die sinn beide nemlich so verletzungsahfällich, dass ma fun denne schun zwä brauchd, damit wenischdens ä Fix uffem Platz iss!“

Rotkäppchen: „Ertüchtigt sich bei euch auch eine Maid mit längeren blonden Haaren? Oder haben mich meine Augen getrogen?“

wollte das Kind von dem Magier des Fußballs wissen.

Hexxer: „Nä, des iss unser Abwehrass. Des iss jo alles nur Tarnung. Mit seiner Frisur unn seim Uschuldblick verwirrt der nämlich die Schiris unn sei Gechespieler, so dass er richtisch zerschdöre kann, ohne dass er eh rodi Kart riskiert.“

Mitfühlend suchte das Rotkäppchen noch zu erfahren:

Rotkäppchen: „Ist euch die Ertüchtigung des Körper und Geistes so manches Mal nicht zu hart und zu beschwerlich?“

Hexxer: „Nä, uns doch ned! Bei uns gebds dodezu sogar eh Spruch: Dem Stallör, dem Stallör is nix zu schwör! Unner uns, dem ist noch ned emol zu schwör, sich in der Halbzeitpaus eh Zerrung se hole.“

Wiederum das ergriffene Rotkäppchen:

Rotkäppchen:„Und die Naturgewalten. Beeinflussen diese nicht die Ausübung eurer Freiluftertüchtigung?“

Hexxer: „Jo woher, dodezu hammer jo unser DreiwedderToft unn de Bunzi. Ruhbank, Sunneschei, de Toft spielt, de Bunzi Owwerkerwwerfrei; Fischbach, Räne, de Toft spielt, Bunzi Owwerkerwwerfrei; Krebbe, Sturm, de Toft spielt; Bunzi Owwerkerwwerfrei!“

Die holde Maid fuhr fort:

Rotkäppchen: „Ein weiterer Kämpe erregte meine werte Aufmerksamkeit. Zu Beginn der Wettkampfrunde stand er außerhalb des Turnierplatzes und labte sich lediglich an Speis und Trank. Etwas später spielte er mal in dem Geviert mit Netz, welches ihr Tor nennt, wieder einige Zeit später hielt er sich in der Mitte des Platzes auf und zuletzt kämpfte er gar in vorderster Front. Sagt an, Professor der Fußballphilosophie, beherrscht jener Jüngling, übrigens von auffallend kräftiger Statur, denn nichts richtig, weil ihr ihn überall hinschickt?“

Hexxer: „Doch, des Gude iss, der kann äwe alles spiele! Awwer der kann noch viel mer! Der kann sich sogar so verletze, wie es momendan ahgesaaad iss. Wenn zum Beispiel grad, sah ma mol Syndesmosebandabriss inn iss, holte er sich sofort eh Syndesmosebandabriss!“

Mit einer Stimme, die von ehrlicher Sorge geprägt war, fuhr Rotkäppchen fort:

Rotkäppchen: „Sagt, Herr über die, die zu stark sind, um zu verlieren, seid ihr denn für zukünftige Verletzungen gewappnet?“

Hexxer: „Do defür hammer zum Beispiel unser Atze, der iss Dokter, zwar fer Biologie, awwer des is jo faschd es sälwe und unser aggressivie Krankeschwester Nussi, die machd des subber, derfsch bloß kä Stromkaschde sinn!“

Ungeduldig unterbrach das Kind den Erfinder des Fußballfrisbees:

Rotkäppchen: „In diesem Zusammenhang vernahm ich des Öfteren einen Begriff, der mich sehr verwirrte und den ich vorher noch nie vernommen hatte. Der Begriff klang wie, ich getrau es mich kaum zu wiederholen: Pufflumpen. Was kann ich mir denn darunter vorstellen?“

Hexxer: „So nenne mer unsern lauf- unn konditionschdagee Physiodruide. Mit dem hammer sogar eh Zauberdrank gebraut, der sieht aus wie Bier, macht uns awwer faschd unbesiechbar. Zum Glick gebds bei uns kä Dopingkondroll.“

Da Rotkäppchen auch über den Rand ihres roten Käppchens hinausschauen konnte, wand sie ein

Rotkäppchen: „Ist euer Bestand auch gesichert? Verfügt ihr auch über Nachwuchskräfte?“

Hexxer: „Sicher han mir Nachwuchs - unn modiviert is der. Der änd krätscht sogar im Eck alles um. Ämoh hadder sogar mei klänner Helfer do umgeschoss. Eh annrer had leider sei Kreizbänner verlor, awwer wenn er se widder gefunn had, kummd er bestimmd widder. Eh klänner Simon hammer ah widder. Un schließlich ham er änner, wenn der kummt is de Summer do.“( Langsam, der dauert)

Pragmatisch denkend, erkannte Rotkäppchen ein weiteres Problemfeld:

Rotkäppchen: „Was macht ihr, Führende in der Fairnesstabelle, wenn es dennoch einmal Ärger auf dem Feld der Ehre gibt?“

Hexxer: „Des iss fer uns ah kä Probläm. Mir hann sogar extra enner zum Justizvollzugsbeamde ausbilde geloss. Un mid seim Ruf: Heeaahh näää heeaahh, versetzt er alle in Angschd unn Schregge. Unn dann noch unser Platzordnung. Der änd had sich extra eh Bioniknas insetze losse. Dem mache ah Iwwerstunn nix aus, der sojd ah in de dritt un viert Halbzeit noch fer Ordnung unn is debei stets gesellich.“

Hastig warf das Kind ein:

Rotkäppchen: „Gehört jener Knappe auch dazu, der immer den Ruf erschallen lässt: Iss de Gert do?“

Hexxer: „Jo! Un des obwohl er 101% Fußballtalentfrei iss. In dem Zusammehang derf ma ah unser Musik ned vergesse. Sogar bei Räne hammer Musik. Zur Not werdse hald amo im Bennimobil unnergebrung unn uff de Platz gefahr!“

Die Jungfer dachte, trotz ihres geringen Alters, natürlich auch global und suchte von dem Erfinder des Gehfußballs zu erfahren:

Rotkäppchen: „Seid ihr mit eurem Verein nur in der Gemarkung Münchweiler aktiv oder geht ihr auch über die Grenzen hinaus?“

Hexxer: „Des will ich awwer männe! Die Waldfee hammer seid Monate feschd in Münche stationiert. In Metz ah änner – ah nä der hässd nur so! Eh anrer hammer Kratz for korzem noh Auschdralie geschickt. Selbschd Asien iss feschd in Rusohand. Vor allen unser Vertreter in Asien iss ser erfolgreich. Der had uns nemlich schun eh Viatnamesischernationalspieler besoid, d Flickflackhermann. Der iss da beschdimmd ah schun uffgefall. Der had schdigger 34 verschiedene Schbordschuh, in dezende Farbe unn dezu bassende, mir nenens mo, Käbbelcher.“

Rotkäppchen fuhr mit der Unterhaltung fort:

Rotkäppchen: „ Der Wettstreit scheint ja sehr erfolgreich zu verlaufen, aber sagt an, Guru der Fußballtaktik, wie stehen eure Finanzen?“

Hexxer: „Do hammer iwwerhaupt kä Probläme. Mir hann eh Vertreter im Finanzamt Honu-lullu sitze. Im Gemänderat hoggd eh Litsch-spitzel von uns. Un gans wichdich, bei de ördliche Versorchungswerge hammer eh Mogli als Agent. Uns gehd deshalb mit Sicherheid nie Strom, Gas odder es Wasser aus!“

Aus ihrem reichen Erfahrungsschatz heraus mahnte die Holde:

Rotkäppchen: „Was aber, wenn das Unvorhersehbare eintritt? Es gibt zwischen Himmel und Erde immer Dinge, die man nicht verhindern kann. Wenn beispielsweise ein wertvolles Vereinsschild eines benachbarten Vereins, durch äußere Gewalteinwirkung beschädigt würde, wer käme für die Kosten auf?“

Hexxer: „Do kannsche ganz flachpulsisch bleiwe, Redkäbbl . Mir hann änner in de Reihe, der had inzwische die Lizens, ja sogar die europäische Lizens zum Versichre. Der schafft iwwrischens bei de IschschießdeSchbannschdoßwieehKäppche Versicherung.“

Rotkäppchen legte mitfühlend ihre zarte, geschmeidige Hand auf die stattliche, breite Schulter des Meistermachers in spe:

Rotkäppchen:„Ich sah für einen Moment einen schwarzen Schatten über euer schönes Gesicht huschen. Sagt, edler Visionär des Fußballs, welche Sorgen lasten auf eurer edlen Seele?“

Hexxer: „Ich hab grad an änner denke misse. Der iss schun seit einischer Zeit verscholl. Er war immer regelmäßisch do, pletzlich weg. Känner wäß, wo rer iss. Ich nutz jezd ähfach mo die Gelschenheit: Gustav, bitte melde dich!“

Nach diesem intensiven Austausch der Informationen, verabschiedete sich das holde Rotkäppchen von dem Vorbild aller Fußballtrainer und seinem kleinen, krummbeinigen Assistenten.

Und wenn es nicht gestorben ist, so ruht auch heute noch der wohlwollende Blick des kleinen Rotkäppchens auf unseren Helden des VFB Rotenstein Münchweiler.

Verein

FC/VFB

Damen

Mini-Turbinchen

SG AH Münchweiler

Sonstiges


VfB Rotenstein Münchweiler e.V. - 101% Turbine